Neuheiten in der Philatelie aus Liechtenstein

24.09.19.1 sepacAlte Wohngebäude

Die Sepac ist ein Zusammenschluss von dreizehn kleinen Postgesellschaften und gibt jährlich Wertzeichen zu gemeinsamen Themen heraus. Der Beitrag Liechtensteins zum Thema "Alte Wohngebäude" ist eine Sondermarke in Stahlstich, welche das "Rote Haus" in Vaduz aus einer weniger bekannten Perspektive zeigt. In seiner heutigen Erscheinung entstand das Rote Haus in den Jahren 1902 bis 1905, als der Bildhauer und Architekt Egon Rheinberger das wesentlich ältere Wohnhaus mit Treppengiebel und den alten Torkel durch einen nach eigenen Plänen erstellten Turm verband. Er schuf damit ein markantes Bauensemble, das heute neben Schloss Vaduz ein weiteres Wahrzeichen des Hauptortes ist und seit 1951 unter Denkmalschutz steht. Die Baugeschichte des Hauses ist nicht eindeutig belegt. Archäologische Funde haben jedoch ergeben, dass dem heutigen Gebäude ein Vorgängerbau vorausgegangen war, der spätestens im 15. Jahrhundert abgebrochen wurde. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts ist der Besitz des Hauses dokumentiert. Nachdem es während fast 300 Jahren zu einem Kloster gehörte, ging es 1807 an die Vaduzer Familie Rheinberger über, deren Nachkommen es bis heute bewohnen.

Nennwert: CHF 1.50. Entwurf: Sereina Giger, Buchs. Druck: Royal Joh. Enschedé, Harlem. Ausgabetag: 2. September 2019.

500 Jahre erste Weltumseglung

Ein Sonderblock mit drei Briefmarken widmet sich der ersten Weltumseglung vor 500 Jahren.

24.09.19.2 Weltumseglung

 

Der Portugiese "Ferdinand Magellan" stach 1519 mit fünf Schiffen und 237 Mann Besatzung von Spanien aus in See mit dem Ziel, einen westlichen Seeweg zu den Molukken-Inseln in Südostasien zu finden. Dort wuchsen in Europa begehrte und teuer gehandelte Gewürze. Zunächst steuerte Magellan Südamerika an, wo er im Oktober 1520 zwischen Feuerland und der Südspitze Südamerikas die Einfahrt in den Pazifik fand. Sie als "Maggelan-strasse" bekannte Meerenge war bis zum Bau des Panamakanals eine wichtige Seeroute und wird heute noch von vielen Schiffen befahren. Im darauffolgenden März erreichte die Flotte eine Insel der Philippinen. Bei einer Auseinandersetzung mit Einheimischen kam Magellan jedoch ums Leben. Das Wertzeichen "Tod auf den Philippinen" erinnert an diese blutige Schlacht. Neuer Kapitän wurde der Spanier Juan Sebastian Elcano. Ihm gelang die Fahrt zu den Gewürzinseln. Danach segelte er mit der "Victoria" um die Südspitze Afrikas wieder zurück nach Spanien, wo diese mit kostbaren Gewürzen beladen und als einziges Segelschiff der Flotte am 7. September 1522 eintraf und damit die Weltumseglung vollendete.

Nennwerte: CHF 1.30 Victoria. CHF 2.20 Tod auf den Philippinen und CHF 2.80 Ferdinand Magellan. Entwurf: Hans Peter Gassner, Vaduz. Druck: Gutenberg AG, Schaan. Ausgabetag: 2.September 2019.

Fürstliche Schätze: Skulpturen von Antico

Mit Bronze-Skulpturen aus den Sammlungen des Fürsten von Liechtenstein setzt die Philatelie ihre mehrteilige beliebte Serie "Fürstliche Schätze" fort. Die drei Objekte des italienischen Bildhauers Pier Jacopo Alari-Bonacolsi (um 1455 bis 1528) finden auf je einem Kleinbogen zu neun Briefmarken Platz. Der Künstler, bekannt unter seinem Beinamen Antico, sah seine Lebensaufgabe in der Wiederbelebung und Erhaltung der Skulpturkunst der Antike. Er bildete in zahlreichen außergewöhnlich detaillierten Werken die Kompositionen berühmter klassischer Statuten nach.

24.09.19.3 Büste   24.09.19.4 Herkules   24.09.19.5 Reiterstatue

 

Die "Büste" eines Jünglings ist eine rund 56 Zentimeter hohe Bronzefigur, welche Antico um 1520 schuf. Die Ölvergoldung und die Silbereinlage für das Weiß der Augen des Jünglings sind zwei ihrer Merkmale. "Herkules mit Löwenfell" entstand um 1500 und stellt den für seine Stärke bekannten griechischen Heros in einer partiell vergoldeten, ca 35 Zentimeter hohen Statuette dar. Nur unwesentlich grösser ist die "Reiterstatue" des Marc Aurel, deren feuervergoldete Stellen das Haupthaar sowie den Mantel des Reiters optisch in den Vordergrund treten lassen.

Nennwerte: CHF 1.40 Büste eines Jünglings. CHF 1.70 Herkules mit Löwenfell und CHF 2.20 Reiterstatue des Marc Aurel. Entwurf: Silvia Ruppen, Mauren. Druck: Royal Joh. Enschedé, Haarlem. Ausgabetag: 2.09.2019.

Dorfansichten: Triesen

Eine neue Serie mit Dorfansichten aller Gemeinden des Liechtensteiner Oberlandes nimmt mit der Gemeinde Triesen ihren Anfang.

 

24.09.19.6 Triesen   24.09.19.7 Triesen
Der alte Dorfkern   Marienkapelle Triesen

 

Der "Alter Dorfkern" zeigt die rund 5.200 Einwohner umfassende Gemeinde eingebettet in die typisch liechtensteinische Landschaft zwischen Bergen und Rhein. Der Blick richtet sich dabei vom höher gelegenen Dorfteil St. Mamerta in Richtung Süden. Der Fokus der zweiten Briefmarke richtet sich auf die "Marienkapelle Triesen". Diese wurde als die "Kapelle der heiligen Jungfrau Maria im Dorfe Triesen" im Jahre 1415 erstmals schriftlich erwähnt. 1654 ist das sakrale Gebäude unter Einbezug nur einer einzigen Mauer des spätromantischen Erstbaus erweitert worden. In neuer Zeit, 1964 und 2002, hat die Kapelle zwei umfassende Sanierungen erfahren. Die Grafikerin Karin Beck entschied sich für eine kontrastreiche Gestaltung der neuen Wertzeichen; Während die Fotografien der eigentlichen Dorfansicht und der Gebäude in Schwarzweiß gehalten sind, steht die Landschaft wie eine farbig abgestufte Kulisse im Hintergrund und gibt der Landschaft die gewünschte Tiefenwirkung.            jw

Nennwerte: CHF 1.30 Marienkapelle. CHF 2.00 Alter Dorfkern. Entwurf: Karin Beck-Söllner, Planken. Druck: Royal Joh. Enschedé, Haarlem. Ausgabetag: 2. September 2019,