Com trad 200pxFSPL-Kommission für traditionelle Philatelie und Postgeschichte

Öffentliche Versammlung am Samstag, den 27. Januar 2018 ab 14.30

im Foyer de la philatélie 38, rue du Curé, Luxembourg

 

 

Tagesordnung:

1. Dieter Basien stellt die Schalterwertzeichen vor. Es handelt sich dabei um Marken, die der Schalterbeamte auf Wunsch eines Kunden ausdruckt und selbst aufklebt. Im Gegensatz zu den Automatenmarken gelangen diese Wertzeichen nicht in die Hand des Kunden.

2. Olivier Nosbaum spricht über die Luxemburger Briefmarken mit dem Aufdruck SPECIMEN oder einem sonstigen Aufdruck einer fremden Postverwaltung.

3. Die Teilnehmer können zu diesen Themen Fragen stellen oder Beispiele zeigen.

4. Mitteilungen der Teilnehmer (z. B. Vorstellung interessanter Briefe, alt oder modern)

5. Freie Aussprache

 

Exposé 1: Dieter Basien

Schalterwertzeichen

Während Automatenmarken vom Postkunden in Selbstbedienung hergestellte aufklebbare Postwertzeichen sind, werden die in ähnlicher Weise hergestellten Schalter-wertzeichen ausschließlich von Postbeamten ausgedruckt und aufgeklebt.

SchalterwertzeichenWie der Name andeutet, werden diese Wertzeichen von Geräten ausgedruckt,  die sich im bzw. hinter dem Postschalter befinden.  Diese sog. Schalter-Wertzeichendrucker drucken die Postwertzeichen in jeder vom Kunden gewünschten Wertstufe aus; diese werden aber nicht an den Kunden abgegeben, sondern vom Postbeamten aufgeklebt.

In Luxemburg wurden die ersten dieser Drucker ab 1974 eingeführt.  Es waren drei Apparate der französischen Firma CRAMP, zwei SATAS-Maschinen und elf Geräte der Schweizer Firma FRAMA.  Die Firma FRAMA lieferte auch die allgemein zugänglichen Automatenmarken-Geräte, die den Postkunden von 1983 bis 1992 an ausgesuchten Standorten des Landes zur Verfügung standen.

Die Eckdaten des Einsatzes der Geräte sind schwer feststellbar, vor allem ist es selten möglich, den letzten Einsatztag zu ermitteln.

 

Exposé 2: Olivier Nosbaum

Luxemburger Briefmarken mit Aufdruck SPECIMEN

oder einem anderen Aufdruck eines UPU-Landes.

Schon bei der Gründung des Allgemeinen Postvereins durch den Berner Vertrag vom 9. Oktober 1874 trat Luxemburg diesem Gremium bei. Während des 2. Kongresses  im Jahr 1878 wurde der Name der Organisation in „Weltpostverein“ (Union Postale Universelle / U.P.U.) umbenannt.

Caritas 1939 250pxVianden 1935 300px

Während dieses Kongresses wurde ebenfalls entschieden, dass jedes Land seine Briefmarkenausgaben an die anderen Mitgliedsländer versenden müsse. Diese Entscheidung wurde in der Circulaire vom 12. Dezember 1878 mitgeteilt. Die Verteilung geschah meist über die Zentrale in Bern, die sich um das Versenden der Marken kümmerte.

Adolf 200pxWilhemIV 200pxEinige Länder versahen ihre Marken selbst mit dem Aufdruck „SPECIMEN“ und versandten sie so nach Bern. Andere versahen die postfrisch erhaltenen ausländischen Marken mit ihrem eigenen Stempelaufdruck „SPECIMEN“ oder mit einem sonstigen Aufdruck wie „Amostra“, „ULTRAMAR“, „COLONIAS“, Collection de Berne“  usw.  Sammlungen eben solcher Aufdrucke kamen auf den Markt. Darunter befanden sich auch Luxemburger Marken.

Diese dürfen nicht verwechselt werden mit den Marken  mit dem Bildnis der Großherzogin Charlotte, die von der „American Bank Note Company“ gedruckt wurden und ebenfalls den Aufdruck SPECIMEN tragen. Diese Marken haben nichts mit den UPU- Specimen-Marken zu tun, sondern kamen erst 1990 auf den Markt, anlässlich der Versteigerung der Archive der „American Bank Note Company“.

Bank Note Company

 

 

Die Verantwortlichen:

Präsident : Fernand RASQUIN, 5, rue Gaffelt,  L-3480 Dudelange; Vizepräsident und Kassierer : Jean-Paul MEYSEMBOURG, Hellange; Sekretär : Winfried SCHWICKERT, Dudelange; Olivier NOSBAUM, Fentange ; Chantal RASSEL-HENGEN, Aspelt; Marc Schaack, Tétange; Berater : Robert MAYER, Dippach.