Geschrieben von : Olivier Nosbaum & Marc Schaack

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Die 40 Centimes Marke von Brück – eine überflüssige Marke?

Bestellung der Marke zu 40 Centimes

Am 28. Februar 1879 wendete sich der Contrôleur du Magasin du Timbre an den Directeur des Postes, mit der Bitte, unter anderem 500 Bögen zu 100 Marken von 40 Centimes zu bestellen. Am gleichen Tag wurde diese Bitte vom Directeur des Postes an den Directeur Général des Finances weitergeleitet[1]. Doch auf dessen Wunsch wurde die Anzahl der zu bestellenden Marken auf ungefähr ein Viertel nach unter korrigiert, da die Errechnung vom Contrôleur du Magasin du Timbre auf mehrere Jahre basierte. Bei der 40 Centimes Marke waren daraufhin am 4. März 1879 nur noch 100 Bögen zu 100 Marken in der Anfrage[2]. Am 7. März 1879 wurde diese Anfrage vom Directeur Général des Finances genehmigt[3]:

 

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Abb. 1: Genehmigung vom 7. März 1879 der Bestellung der 40 Centimes Marke   

Am 12. April 1879 ging eine zusätzliche Notiz vom Directeur Général des Finances an den Directeur des Postes, mit Referenz auf den Brief vom 7. März 1879 und einer signifikanten Anpassung nach oben der Bestellmenge der 40 Centimes Marke, von 100 auf 1.000 Bögen, ohne weitere Begründung.

 

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Abb. 2: Notiz vom 12. April 1879 vom Directeur des Finances   

Lieferung der Marken zu 40 Centimes

Diese einzige Lieferung von Brück der 40 Centimes Marke, wurde am 11. Oktober 1879 im Magasin du Timbre mit einer Menge von 106.400 Marken eingetragen[4]. Das Protokoll der Kontrolle der Marken haben die Autoren nicht aufgefunden, doch es ist bekannt, dass Brück mehrmals weitere Bögen als bestellt an die Postverwaltung versendete, da er im Voraus annahm, dass mehrere Bögen die Kontrolle nicht bestehen würden.

Verwendungszweck

Bereits 1879 existierte kein Tarif mehr für einen einfachen Brief der ersten Portostufe von 40 Centimes.

Die Abstemplungsdaten auf den 40 Centimes der Naumann Lieferung von 1874 belegen, dass sich noch im Jahr 1879 farbig durchstochene 40 Centimes Marken in den vereinzelten Postbüros befanden.

Deswegen haben auch sehr wenige Postbüros einen Antrag an das Magasin du Timbre erstellt, um die gezähnte 40 Centimes Marke von 1879 zu bekommen. Die wenigen Briefe, die mit 40 Centimes zu frankieren waren, konnten auch mit 2 mal 20 Centimes frankiert werden.

Den Autoren ist kein einziger Beleg mit einer Einzelfrankatur der gezähnten 40 Centimes Marke von Brück bekannt, aber etliche Briefe, gelaufen Anfang der 1880er  Jahre, frankiert mit 2 mal 20 Centimes Marken.

Die Seltenheit dieser 40 Centimes Marke fiel den Sammlern und Händlern in den 1880-90er Jahre auch auf.

Registrierung

Nur 5 Briefe sind den Autoren bekannt, die mit einer 40 Centimes Marke von Brück frankiert sind. Allesamt haben einen philatelistischen Ursprung. Zwei dieser Briefe möchten wir hier vorstellen:

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Abb. 3: Brief von 1887 mit einer 40 Centimes Marke von Diekirch nach Berlin

Provenienz:

3. Baeten 155, 02-03.04.1981, Los 790

Soluphil 123, 26.09.2014, Los 879

Dieser eingeschriebene Brief (Porto von 25 Centimes), mit einer Gewichtangabe von 60 Gramm, entsprach der 4. Portostufe (Porto von 4 mal 25 Centimes), und wäre mit 1 Franc 25 Centimes portogerecht.

Der Brief geht an den Briefmarkenhändler Lublin in Berlin. Leider bleibt der Absender des Briefes unbekannt.

Abb 4 800px

Abb. 4: Brief von 1901 mit vier 40 Centimes Marke von Luxemburg nach Goessnitz (Deutschland)

Provenienz:

Banque du timbre 01.12.1990, Los 593, Titelbild

Dieser Wertbrief von 700 Mark, (entsprach 875 Franken, mit Porto von 3 mal 10 Centimes per 300 Franken und Einschreibegebühr von 25 Centimes), mit einer Gewichtangabe von 54 Gramm, (entsprach der 4. Portostufe, mit Porto von 4 mal 25 Centimes), wäre mit 1 Franc 55 Centimes portogerecht. Der Brief ist nur mit 5 Centimes überfrankiert.

Der Brief wurde von dem luxemburger Briefmarkenhändler Faber-Lakaff an Arthur Ernst Glasewald, ebenfalls Briefmarkenhändler aus Gössnitz gesendet.

Bemerkenswert ist, dass die Wappenmarken ab dem 1. Oktober 1893 von den Postschaltern eingezogen wurden[5], aber noch ihre Gültigkeit bis zum 31. Dezember 1905 hatten.

Für weitere Anregungen oder Kommentare zu diesem Artikel sind die Autoren Ihnen dankbar.  

Commission pour la Philatélie traditionnelle, les Entiers postaux et l’Histoire postale du Luxembourg

 

Olivier NOSBAUM

135, rue de Bettembourg

L-5811 Fentange

Tel.: 621 49 40 65

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Marc SCHAACK

6, rue Thomas Byrne

L-3761 Tétange

Tel.: 26 17 53 87

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[1] ANLUX, H-1136

[2] ebenda

[3] ebenda

[4] Reis, J.-P., Statistique historique du Grand-Duché de Luxembourg - Administration des postes et des télégraphes - histoire des postes, des télégraphes et des téléphones (Luxembourg 1897), 220.

[5] Instruction postale 316, circulaire du 18 juillet 1893, 53