Geschrieben von : Marc Schaack & Olivier Nosbaum
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Zerstörungen von Einheiten (1)

5 centimes Haarlem gezähnt 12,5 x 12

 

Einleitung

Dass Briefmarken ihre Funktion zum Frankieren der Post haben, ist allgemein bekannt. Dass sie gesammelt werden auch. Dass die ursprünglichen Bögen zerkleinert wurden um die einzelnen Marken zu verkleben ist normal. Hierdurch wird die Anzahl der Einheiten naturgemäß verringert. Betrachtet man ältere klassische Sammlungen, so fällt auf, dass Einheiten früher eine wesentlich  höhere Wertschätzung erhielten als heute, wo der Fokus eher auf den Belegen liegt. Das führte in den letzten Jahren, wie wir feststellen konnten zu einer beachtlichen Zahl von Zerlegungen von Einheiten. Mit Erschrecken mussten wir feststellen, dass hiervon selbst einige Unikate und sehr seltene Einheiten  nicht verschont blieben, die noch vor einigen Jahrzehnten in der Philatelie hohe Beachtung fanden. An dieser Stelle wollen wir in regelmäßigen Abständen einige dieser Stücke vorstellen.

Die 5 centimes Haarlem

Sämtliche Marken der Haarlemer Ausgabe, mit Ausnahme der 30 centimes wurden mit zwei verschiedenen Zähnungsmaschinen gezähnt. Eine Maschine zähnte das Bogenblatt zu 100 Marken 13,5, die Andere  90 Marken 12,5 x 12, sowie die 10 Marken der ersten senkrechten Reihe 11,5 x 12. Bei den verschiedenen Marken treten  die verschiedenen Zähnungen unterschiedlich häufig auf, wobei bei keiner Marke eine Zähnung als wirklich selten gilt, nicht einmal die 11,5 x 12, auch wenn diese im Verhältnis weniger häufig hergestellt wurde. Eine Ausnahme bilden die 5 centimes Zähnungen. Hier existiert sogar eine „Legende[1]“, dass nur ein Bogen dieses Wertes existiert haben soll. Bekannt sind uns bis heute einige ungebrauchte Exemplare. Gestempelt kommen sie mit der Ausnahme von einem Exemplar gestempelt in Saeul  nur mit dem Einkreisstempel von Mersch vor, von der wir auch einen Beleg (Zusatzfrankatur auf Korrespondenzkarte) besitzen.

Einheiten

An Einheiten sind uns nur ein im Museum Joh. Enschedé befindender Sechserblock und ein Viererblock, sowie ein Paar mit der Zähnung 12,5 x 12 bekannt

Abb 1

Abb. 1:  Sechserblock & Viererblock aus dem Museum Joh. Enschedé.

Dieses Paar zierte die Titelseite der 129. Auktion der Banque du timbre. Der Schätzpreis betrug damals 70.000 Luxemburger Franken. Diese, vielleicht letzte Einheit dieser Marke mit der seltenen Zähnung die den Sammlern zur Verfügung stand wurde leider zerlegt. Der Beweis hierfür liefert uns die linke Marke des Paares, die uns im Original vorliegt und anhand der Zähne und Zentrierung eindeutig als diese zu identifizieren ist (siehe Abb. 3). Unklar ist aber wann diese Marke vom Paar getrennt wurde. Wann das Paar getrennt wurde, ist zeitlich einzugrenzen. Die Auktion der Banque du timbre fand am 4. April 1981 statt. Die erste Einzelmarke aus diesem Paar (rechte Marke) konnten wir in der 105. Soluphil Auktion vom 15. Dezember 2006 belegen.

 

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Abb. 2 : Titelseite der 129e Auktion der banque du timbre.

 

Abb 3

Abb. 3: Aktueller Zustand der linken Marke.

Forschung der 5 centimes Haarlem der seltenen Zähnungen

Wir sind dabei, diese Marke detailliert zu erforschen. Dabei stellen sich folgende Fragestellungen:

Existierte mehr als ein Bogen? Dafür benötigen wir mehr als 10 Marken der Zähnung 11,5 x 12 resp. 90 der Zähnung 12,5 x 12. (Bis jetzt liegen uns im Original 3 Marken mit der Zähnung 11,5 x 12 und 17 Marken mit der Zähnung 12,5 x 12 im Original vor). Oder kommt ein Kliché mehrmals vor, was die Existenz von mehr Bögen belegen würde. Hierfür benötigen wir Hilfe und bitten uns Scans von solchen Marken vom Original oder aus Katalogen zu schicken.

In welchem Zeitraum wurde die Marke benutzt? Bis jetzt haben wir den 2. Januar 1883 bis den 17. April 1883 identifiziert.

Hierfür benötigen wir zusätzlich das späteste Datum der 5 centimes Brück gestempelt in Mersch (bis jetzt: 9. Oktober 1881) und das früheste Datum der 5 centimes Allegorie gestempelt in Mersch (bis jetzt: 25. Oktober 1885). Bemerkenswert ist auch, dass uns bis heute keine 5 centimes Haarlem, gestempelt in Mersch, mit der Zähnung 13,5 bekannt ist.

Eventuelle Rekonstruktion des Bogens resp. der Bögen. (Denkbar wäre auch eine gestempelte und eine ungebrauchte).

Für jede Antwort sind wir ihnen dankbar.

[1] Klein, J. P. Timbres aux Armoiries du Grand-Duché de Luxembourg. In: FSPL (Hrsg.), Monographie des Timbres aux Armoiries du Grand-Duché de Luxembourg (Luxembourg 1963), 63; 89.

Commission pour la Philatélie traditionnelle, les Entiers postaux et l’Histoire postale du Luxembourg

Marc Schaack
6, rue Thomas Byrne
L-3761 Tétange
Tel. : 26 17 53 87
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Olivier Nosbaum
135, rue de Bettembourg
L-5811 Fentange
Tel. : 621 49 40 65
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Dieser Beitrag wurde veröffentlicht  im "LE MONITEUR DU COLLECTIONNEUR" 2016/5 Seite 219 (Organe officiel de la fédération des sociétés philatéliques du Grand-Duché de Luxembourg)