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Gründerzeit 1921 bis Ende 1927


Als wir 1996 die 75jährige Geschichte des Briefmarken-Tauschvereins „Phila“ Düdelingen in unserer Jubiläumsbroschüre gerade veröffentlicht hatten, fiel uns das Heft mit den Sitzungsberichten aus der Gründerzeit in die Hände. Es enthält eine Menge Details, die wir vor fünf Jahren nicht kannten, und die möchten wir unseren Lesern nicht vorenthalten.

Erinnern wir daran, dass der Verein am 17. April 1921 im Café Müller, das die Frau des Briefträgers Étienne Müller in der Wolmeringerstraße führte, gegründet wurde.

DER ERSTE VORSTAND (1921)

Dem ersten Vorstand gehörten folgende Herren an:

Guillaume Clamm: Ehrenpräsident
Jean-Jacques Diderich: Präsident
Henri Lentz: Sekretär
Étienne Müller: Kassierer
Jean Wolff: Tauschleiter

 

Um den Kontakt zu auswärtigen Sammlern und Sammlervereinigungen zu pflegen, gab der Vorstand Inserate in der Post und im Echo de la Timbrologie (Vereinszeitung der Union des Timbrophiles Luxembourg) auf. Die Verbindungen des Düdelinger Vereins zur UTL waren recht herzlich. Schon am 10. April 1921, eine Woche vor der Gründung des Vereins, hatte die UTL beschlossen, ihre Sitzung vom 12. Juni in Düdelingen abzuhalten, wo die Direktion des Hüttenkasinos den Philatelisten ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Die Herren aus Luxemburg trafen mit dem Zug, der um 12.40 Uhr in der Hauptstadt abfuhr, am Bahnhof Düdelingen-Stadt ein, wo sie von den Herren Diderich und Lentz, Präsident und Sekretär, empfangen wurden. 47 Mitglieder der UTL und rund 20 aus Düdelingen nahmen an der Versammlung teil, die um 2 Uhr mit einer Briefmarkenbörse begann. Hieraus kann man schließen, dass die Gründung des Düdelinger Vereins durch J.-J. Diderich schon länger geplant war.

Von 1919 bis 1921 nennt das Echo de la Timbrologie eine stattliche Anzahl von Düdelingern, die Mitglied der UTL waren: J.-J. Diderich, É. Wolff, É. Müller (1919), H. Lentz, G. Clamm, U. Kremer, A. Rausch, Ch. Artois, A. Pauly (1920), J. Wolff, Mme N. Poos, J.-P. Klein, J. Kintzinger et  A. Wagner (1921).


Zwölf Mitglieder waren bereit, das Illustrierte Briefmarken Journal zu beziehen. In der Vorstandssitzung vom 24. Juli wurde beschlossen, Die Sammlerzeitung Die Post für jedes einzelne Mitglied zu abonnieren. Für die Ausarbeitung der Vereinsstatuten, die bei Willems zum Preis von 0,75 Franken das Stück gedruckt wurden, hatte man jene der Union (des Timbrophiles) als Vorlage genommen. Schon im ersten Jahr erfolgte eine Erhöhung der Beiträge von 6 auf 10 Franken plus eine einmalige Eintrittsgebühr von 3 Franken. An Fachliteratur wurde auch Senfs Leitfaden in zwei Exemplaren angeschafft.


Zu den Monatsversammlungen, die in der Regel am dritten Sonntag um drei Uhr begannen, traf man sich abwechselnd in den Lokalen der fünf Vereinsmitglieder, die Wirt waren oder deren Gattinnen ein Lokal führten. Diese Regelung erlaubte es jenen, die zugleich Mitglied der UTL waren, jeden zweiten Sonntag die Versammlungen des Traditionsvereins zu besuchen. Die Tauschvereine aus jener Zeit halfen ihren Mitgliedern, ihre Sammlungen durch Rundsendungen zu vervollständigen. So wurden im ersten Jahr 3079 Marken zu folgenden Beträgen den zirkulierenden Alben entnommen: 607,44 Luxemburger Franken; 78,12 französische Franken; 2690,35  deutsche Mark;


Am 16. Oktober hielt Welschbillig aus Luxemburg einen Vortrag über die Auflagenhöhe der verschiedenen Ausgaben. Zur Belohnung eifriger Mitglieder ließen Präsident und Sekretär zwei Präsenzprämien verlosen.

Im ersten Jahr verbuchte der Verein eine beachtliche Zunahme an Mitgliedern (von 17 auf 40). Hier die Liste der Mitglieder Anfang 1922 in der Reihenfolge ihres Eintritts; die siebzehn Ersten sind die Gründungsmitglieder. Die Sitzungsberichte erwähnen mal den Beruf, mal die Adresse der einzelnen Mitglieder


01. Artois Charles bijoutier   21. Schoetter V. Niedeschgasse
02. Clamm Guill. chef de service   22. Goetten Pierre Deich 74
03. Diderich J.-J. employé d’usine   23. Heintz F. Deich, m. Mohr
04. Gougnard Jules employé d’usine   24. Majerus-Müller rue du Commerce
05. Kintzinger J. machiniste   25. Zuncker W. rte de Zoufftgen
06. Lentz Henri employé d'usine   26. Kremer Urbain 26, rue Wolff
07. Müller Étienne facteur des postes   27. Hoffmann Mich. rue de la Gare
08. Marx Robert étudiant   28. Goerens Robert rue de l‘Usine
09. Mme Nic. Poos cafétière   29. Weber J.-P. rue Dellt
10. Pauly Albert industriel   30. Faber J. empl. (douanes)
11. Reichling Ch.     31. Körperich Jean facteur des postes
12. Reuland P.     32. Jung C. percepteur des PT
13. Stalder Fr.     33. Heiderscheid V.  
14. Klein Jean-Pierre instituteur   34. Niclou André rue Bannent
15. Wolff Émile empl. chemin de fer   35. Schauls gendarme
16. Wolff Jean comptable   36. Assel gendarme
17. Wagner Alphonse ingénieur   37. Berchem J.  
18. Wolff Hubert 89, rte de Burange   38. Wagener Jean rue Ste Barbe
19. Klomp J. 9, r. de la Montagne   39. Steimes Fr. rue Émile Mayrisch
20. Rausch Albert clerc d'avoué   40. Schintgen P. rue Wolff

ERSTE ORDENTLICHE GENERALVERSAMMLUNG AM 19.02.1922

\r\nUm drei Uhr eröffnete Präsident Diderich die Versammlung (zehn Monate nach der Gründungsversammlung). Laut Bericht des Kassierers betrugen die Vereinseinnahmen im ersten Jahr 267,75 Franken, denen Ausgaben in Höhe von 192,79 Franken gegenüber standen, so dass ein Boni von 74,96 Franken verblieb.\r\n

 

Neuwahl des Vorstandes:    
Präsident J.-J. Diderich 17 stimmen (von 18 Anwesenden)
Sekretär H. Lentz 15 Stimmen
Kassierer, Tauschleiter Ét. Müller 18 Stimmen
und fünf Beisitzende P. Goetten 17 Stimmen
  Jean Wolff 15 Stimmen
  V. Schoetter 15 Stimmen
  J. Kintzinger 11 Stimmen (nach Stichwahl)
  H. Wolff 11 Stimmen (nicht gewählt)
Kassenrevisoren J. Kintzinger, M. Hoffmann und F. Heintz

 

Themen der verschiedenen Monatsversammlungen: die Fälschungen von Fournier, der Katalog Yvert-Tellier (Sonderpreis 13.50 Franken), Suche nach einem offiziellen Vereinslokal, Hinterlegung der Vereinsstatuten bei der Gemeindevertretung, Plakate zum Anwerben neuer Mitglieder. Für jede Versammlung stifteten einzelne Personen Präsenzprämien, die anschließend unter die Anwesenden verlost wurden. Eine hübsche Perle aus einem Sitzungsbericht: Da unter Einlauf nichts besonderes zu verzeichnen ist, wird von der Verlesung desselben Abstand genommen.\r\n

Im August beteiligten sich einige Düdelinger, die Namen sind uns nicht bekannt, erstmals an einer von der UTL organisierten Ausstellung. Für den 2. Juli 1922 hatte man im Lokal Pauly in Kayl zu einer Propagandaversammlung eingeladen, die allerdings ihren Zweck verfehlte, da sich nur 11 Mitglieder zusammengefunden hatten. Wegen des Kursverfalls der Mark gab es Probleme mit den Auswahlsendungen aus Deutschland. Der Preis des Vereinsorgans Die Post war auf 500 Mark pro Semester angestiegen, trotzdem wurde das Abonnement erneuert.

GENERALVERSAMMLUNG VOM 28. JANUAR 1923

Laut Bericht des Kassierers wies die Vereinskasse einen Überschuss von 111,84 Franken und 640,17 Mark auf. In den Rundsendungen waren im Laufe des letzten Jahres 3.196 Briefmarken zirkuliert. Leider hatte der Verein mit neun Abmeldungen einen Rückschlag zu verzeichnen, und die Mitgliederzahl war auf 28 zurückgegangen. Für den Sekretär, den Tauschleiter und den Kassierer wurde eine Entschädigung von jeweils 60 Franken votiert; Rausch und Stalder wurden beauftragt, Geschenke für den betreffenden Betrag zu kaufen. Zusätzlich erhielten Sekretär und Kassierer je eine Mappe von 60 Franken.


Ein Punkt der Tagesordnung sah vor, ein offizielles Vereinslokal zu bestimmen, trotzdem wurde einstimmig beschlossen, in gewohnter Weise fortzufahren, d.h. turnusmäßig bei den einzelnen Wirten zu tagen. Der Verein hatte in einem Gesuch an die Union des Timbrophiles um eine Aufnahme in diesen Verein gebeten, was dessen Statuten aber nicht erlaubten. Allerdings wurde in der Versammlung der UTL vom 14. Januar 1923 eine Motion, die unserem Verein entgegen kam, einstimmig gutgeheißen: L’UTL décide qu’une admission comme membre du Cercle d’Echange Phila de Dudelange n’a pu être prise en considération, l’admission comme membre d’un cercle dans un autre cercle n’étant pas praticable et généralement pas pratiquée. Cependant pour témoigner à la Phila toute sa bénévolence, l’Assemblée adopte unanimement une motion autorisant Phila à se considérer comme affiliée à l’Union des Timbrophiles de Luxembourg comme société amie…

Neuwahl des Vorstands durch 14 anwesende Mitglieder:


Präsident
J.-J. Diderich
12 Stimmen
Sekretär
H. Lentz 13 Stimmen
Kassierer
Ét. Müller
13 Stimmen
Beisitzende
P. Goetten
11 Stimmen
 
A. Rausch
2 Stimmen


Zu Kassenrevisoren wurden M. Hoffmann, J. Kintzinger und A. Rausch bestimmt. Durch eine Änderung der Statuten war die Zahl der Vorstandsmitglieder von sieben auf fünf reduziert worden. G. Clamm wurde par Akklamation als Ehren-präsident bestätigt.

Am 11. März 1923 fand die Versammlung erstmals im Hotel Engel (früher Kasino, später Hild) am Bahnhof statt. Neben 9 Mitgliedern aus Düdelingen waren deren 25 der UTL erschienen. Präsident Diderich wünschte sich, dass andere Philatelie-Vereine in den Ortschaften Differdingen, Esch und Rümelingen gegründet würden. Wolff, der Präsident der UTL, konnte seinen Vortrag über die Fälschungen der alten Luxemburger Marken nicht halten, da das Lokal nicht über elektrischen Strom zum Zeigen der Lichtbilder verfügte. Stattdessen hielt er ein Referat über die älteren Ausgaben unserer „Käppercher“ (Abstempelungen, Wasserzeichen, Papier und Zähnungsarten). Er sprach sich für ein Album ohne Vordruck aus und empfahl die beiderseitig gummierten Klebefalze. Er riet den Zuhörern, die geschnittene Aus-gabe der Nummern 1 und 2 (schwarzer und roter Kopf) nur in schönen, breitgeran-deten Exemplaren zu sammeln. Die älteren Dienstmarken empfahl er den Mitgliedern nur ungebraucht zu sammeln, da sehr viele gefälschte Abstempelungen auf dem Markt zirkulierten und nur ein Kenner sich dort zurechtfinden könne.


Der Vortrag hatte insgesamt drei Stunden gedauert, das sollte man den Philatelisten heute mal zumuten! Gewöhnlich ließ Präsident Diderich am Schluss der Versammlungen die beiden Vereinigungen Union und Phila hochleben, diesmal sogar mit einem Vivat, crescat, floreat. Nach fünf Uhr kehrten die Herren der UTL mit dem Zug nach Luxemburg zurück.

In der Versammlung vom 15. April 1923 wurde ohne Angabe von Gründen ein neuer Sekretär bestimmt. Ét. Müller nahm das Amt an, sollte aber zusätzlich von den Herren J. Wolff und P. Goetten unterstützt werden. Um das Porto zu ersparen, beschloss man, in Zukunft keine Einladungen zu den regelmäßigen Monatsversammlungen an die ortsansässigen Mitglieder zu schicken. In einem Schreiben an die Post wollte man erfahren, ob es möglich sei, neue Briefmarken gegen Nachnahme zu beziehen. Im Laufe des Jahres beschloss man, Offerten für einen „Hectografapparat“ anzufordern; angeschrieben wurden die Firmen Gustav Soupert, Eug. Hoffmann und Kraus in Luxemburg. Wahrscheinlich hatte man vor, Rundschreiben an die Mitglieder zu schicken. Es liegt aber kein Hinweis vor, dass ein solches Gerät angeschafft wurde. 

Die Postdirektion erklärte sich bereit, von jeder Neuausgabe 80 Marken, zusätzlich zu jenen, die am Postschalter auflagen, für den Verein zu reservieren. Wegen der Probleme mit den deutschen Auswahlsendungen entschied sich der Verein, belgische Firmen zu kontaktieren.

Die Septemberversammlung 1923 wurde durch einen Ausflug nach Mondorf ersetzt. Einzelheiten wurden zwar den Mitgliedern mitgeteilt, sind aber nicht in den Berichten zu finden. Jedenfalls hat der Ausflug stattgefunden, denn in der Oktoberversammlung, die erstmals im Haus Huberty-Ludig stattfand, klagte der Präsident über die mangelhafte Beteiligung der Mitglieder. Der Katalog der Firma Yvert-Tellier wurde auch für 1924 beibehalten, für das Ausleihen war folgender Modus vorgesehen: Ein Ivert Tellier Catalogue steht den Mitgliedern beim Vereinskassierer leihweise zur Verfügung, und ist jeder Entleiher gehalten, denselben binnen 8 Tagen in tadellosem Zustand wieder abzuliefern.    
Probleme gab es noch immer mit den Auswahlsendungen. Eine belgische Firma teilte mit, dass sie nicht an einer Geschäftsbeziehung zu unserem Verein interessiert sei, da die Sendungen zu lange unterwegs seien. Allerdings zeigte eine Firma aus Wien Interesse.

EIN DAUERHAFTES VEREINSLOKAL?

In der Versammlung vom 18. November 1923 suchte der Präsident eine dauerhafte Lösung für die Monatsversammlungen, da das Umherziehen von einem Lokal zum anderen (Müller, später Bäcker, aus der Wolmeringerstraße, Poos-Petesch aus der Hüttenstraße, Wolff-Lang, Zuncker aus der Zouftgenerstraße, Goerens-Feiereisen aus der Hüttenstraße und Engel aus der Bahnhofstraße) zu umständlich sei. Man entschied sich schließlich einstimmig für das Lokal Goerens-Feiereisen, womit die Inhaberin Frau Goerens auch einverstanden war.

GENERALVERSAMMLUNG VOM 20. JANUAR 1924

Die von den Revisoren  M. Hoffmann und J. Kintzinger kontrollierte Kasse wies einen Bestand von 142,58 Franken auf, bei 501,84 Franken Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 359,26 Franken. Dem Kassierer Ét. Müller wurde für die tadellose Buchführung Entlastung erteilt. Nach den Neuwahlen bestand der Vorstand aus folgenden Mitgliedern:

 

Präsident:  J.-J. Diderich 
Schriftführer: Das Zweigespann Hubert Wolff (Korrespondenz) und P. Goetten (Einladungen)
Kassierer: Ét. Müller, der bereits einen Monat später durch J. Kintzinger ersetzt wurde
Tauschleiter: Urbain Kremer
Beisitzende: Schoetter und André Niclou

Aus Kostengründen wurden die Einzelabonnements der Sammlerzeitung Die Post gekündigt. Nur ein Exemplar wurde weiterhin bezogen, das unter den Mitgliedern zirkulieren sollte. Zu dem in Esch gegründeten Verein wurden gute Beziehungen aufgenommen; seine Mitglieder sollten zur Aprilversammlung eingeladen werden, für Mai war ein Gegenbesuch geplant.


In jeder Versammlung wurden zwei Prämien verlost, zusätzlich zu jenen, die von Mitgliedern gestiftet waren. Für einmal führen wir die glücklichen Gewinner auf: Hengesch, V. Schoetter, P. Goetten, Urbain Kremer, Fr. Stalder, Charles Artois und Hubert Wolff.\r\n

Zu einer von der Postverwaltung angekündigten Versteigerung von Restposten an Guillaume-Marken war kein Düdelinger Vertreter delegiert worden.

 

GENERALVERSAMMNG VOM 21. DEZEMBER 1924
 

In dem von Präsident J.-J. Diderich für die Generalversammlung verfassten Jahresbericht 1924 wurde das mangelnde Interesse verschiedener Mitglieder bedauert: von 30 eingeschriebenen Mitgliedern zeigten sich bloß 13 bis 14 in den Versammlungen. Das Problem der Auswahl-Rundsendungen blieb weiterhin ungelöst, ausgenommen Sendungen aus Belgien.
Weil der Verein auf den Bezug einer philatelistischen Fachzeitung verzichtet hatte, konnte die Finanzlage als gesund betrachtet werden: von 142,58 war der Kassenstand auf 540,06 Franken angestiegen. Markantes philatelistisches Ereignis war die Ausgabe der Caritas-Marken, vier Marken der Großherzogin Marie-Adelheid mit Aufdruck. Bei den Neuwahlen zum Vorstand für 1925 gab es keine Änderungen.
Auf Wunsch etlicher Mitglieder sollte die Monatsversammlung eine Stunde später beginnen, damit um 3 Uhr eine Briefmarkenbörse stattfinden könne.

GENERALVERSAMMLUNG VOM 15. JANUAR 1926

Das Vereinsvermögen belief sich laut Kassenbericht auf 624,76 Franken. Die Neuwahlen des Vorstands brachten folgende Ergebnisse:


Präsident J.-J. Diderich 13 Stimmen
Schriftführer André Niclou 10 Stimmen
Kassierer J. Kintzinger per Akklamation
Beisitzende Schoetter und A. Rausch  


Auf Vorschlag des Präsidenten sollte das 5jährige Gründungsfest im April 1926 mit einer kleinen Festlichkeit begangen werden. Zu klären blieb noch, ob die Mitglieder sich finanziell daran zu beteiligen hatten oder ob die Vereinskasse die gesamten Ausgaben übernehmen würde. In einer zum Abschluss der Gründungsfeier improvisierten Versteigerung wechselte kein einziges Los den Besitzer. Der Kassierer bekam den Auftrag, Offerten für Einladungskarten in einer Druckerei anzufragen.

5 JAHRE „PHILA“ DÜDELINGEN

Zur 5. Jahresfeier des Düdelinger Briefmarken-Tauschvereins „Phila“ gab es am 18. April 1926 im Lokal von Madame Goerens ein Festbankett, zu dem jedes Mitglied 10 Franken beizusteuern hatte. Anschließend folgte die Monatsversammlung mit dem üblichen Programm, und der Präsident lud die zwölf anwesenden Mitglieder dazu ein, noch ein Stündchen gemütlich beisammen zu bleiben. \r\n

In einer der folgenden Monatsversammlungen beschwerte sich Kassierer Kintzinger darüber, dass einige Mitglieder wenig Disziplin zeigten und die bestellten Marken beim Neuheitendienst nicht abholten; ein Problem, das wir auch heute noch bestens kennen. In den neuen Katalogen wurde eine Steigerung von 75 % für die älteren Luxemburger Marken festgestellt, wie Präsident Diderich anhand einer Tabelle zeigen konnte. Dem verstorbenen Charles Reichling war ein Kranz gewidmet worden, zu dem jedes Mitglied drei Franken beizusteuern hatte.

Nach einer längeren Diskussion wurde die Depotkasse für den Neuheitendienst von einer Mehrheit der Anwesenden mit folgendem Argument aufgelöst: die Ausgaben der neuen Marken würden durch die Post in der Tagespresse bekanntgegeben, so dass jeder sich die Marken am Postschalter selbst besorgen könne. Der Jahresbeitrag wurde für 1927 von 10 auf 15 Franken angehoben.

 

GENERALVERSAMMLUNG VOM 19. DEZEMBER 1926

Präsident Diderich gab den 14 anwesenden Mitgliedern einen kurzen Tätigkeitsbericht über das vergangene Jahr. In Abwesenheit des Kassierers legte er den Kassenbericht vor, der mit einem Boni von 445,86 Franken abschloss. 
Bei den fälligen Neuwahlen wurden J.-J. Diderich und J. Kintzinger als Präsident bzw. Kassierer bestätigt. Urbain Kremer wurde an Stelle von André Niclou zum Schriftführer gewählt, N. Schoetter und A. Rausch zu Beisitzenden. 
Für das Frühjahr 1927 (April oder Mai) war vorgesehen, einer Einladung des Escher Vereins Folge zu leisten. Auf Anfrage teilte die Postdirektion mit, dass die Marken mit dem Aufdruck „offiziell“ auch in Düdelingen am Postschalter zu beziehen seien.  
Präsident Diderich war die treibende Kraft im Verein, er besaß eine umfangreiche, fast komplette Sammlung Luxemburgs und drückte den Versammlungen durch die kompetenten Vorträge seinen Stempel auf. So hielt er am 24. April 1927 einen Vortrag über Fälschungen der Luxemburger Marken.
Nach Charles Reichling (1926) hatte der Cercle Phila 1927 mit Léon Pauly den zweiten Sterbefall in seinen Reihen zu beklagen; die Mitglieder kamen für den Kranz auf. Der Antrag des Herrn Wolff, eine Briefmarkenausstellung in Düdelingen zu organisieren, wurde abgelehnt.

GENERALVERSAMMLUNG VOM 18. DEZEMBER 1927


In dieser Versammlung wurde eine stattliche Zahl von Präsenzprämien verlost; elf Mitglieder (von 13) waren die glücklichen Gewinner: Niclou, Stalder, Conter, Artois, Goerens, Kintzinger, A. Pauly,  Schoetter, Becker, Goetten und Kremer.


Neuwahlen:


Präsident Diderich wurde einstimmig wiedergewählt; Kassierer Kintzinger ebenfalls; die Wahl des Schriftführers sollte erst in der nächsten Versammlung erfolgen. Beisitzende: Conter und Stalder; Kassenrevisoren; Wagner und Goetten.


Quellen: Registre des procès verbaux manuscrits des réunions mensuelles du Cercle Phila du 17 avril 1921 au 18 décembre 1927;

Écho de la Timbrologie (1919-1923);

Le Moniteur du Collectionneur 1949, 1951, 1954, 1974, 1979, 1980, und 1993

(verschiedene Beiträge von Gaston Holzmacher

Von Ady Christoffel
aus der Broschüre zur Ausstellung vom 7. und 8. April 2001