5f47c8c8f2282374Neuheiten in der Philatelie aus Deutschland

Jungfer im Grünen, Brotkultur, Falkenlust zu Brühl sowie Reh und Seehund

Wort 180110

 

Jungfer im Grünen

Die Jungfer um Grünen (Nigella damascena) ist eine Zierpflanze , die in keinem Bauerngarten fehlen darf. Beliebt ist sie zudem als Schnittblume. Sie fällt durch ihre geschlitzten Hochblätter auf, welche wehrhaft den Blütenkranz umranken. Je nach Unterart können die Blüten entweder blau, weiß oder rosa bis purpurfarben sein. Die Jungfer im Grünen blüht von Juni bis in den Herbst. Das Laub der jährigen Sommerblume ist sehr fein.

Der Name Jungfer im Grünen rührt von der Verwendung der Blume zum Abweisen von Liebesanträgen her. In früheren Zeiten signalisierten junge Mädchen mit ihr, dass sie jungfräulich bleiben wollten. Ursprünglich stammt „Nigella damascena“ aus dem Mittelmeerraum. Sie ist jedoch seit dem 16. Jahrhundert auch in Mitteleuropa heimisch. Der lateinische Name deutet bereits auf das ursprüngliche Vorkommen hin. „Damascena“ heißt übersetzt „aus Damaskus stammend“, was für eine Verbreitung von Syrien an die europäische Mittelmeerküste spricht. Das Beiwort „Nigella“ bedeutet schwärzlich und bezieht sich auf die dunklen Samen. Das Hahnenfußgewächs kann bis zu 80 Zentimeter hoch wachsen.

Die anspruchslose Gartenpflanze benötigt nur wenig Platz und gedeiht als Balkon- oder Terrassenpflanze auch im Gefäß. Die Jungfer im Grünen eignet sich gut für Trockensträuße, wenn man wartet bis die Blüten abgefallen sind und sich Balgkapseln gebildet haben.

Nennwert: 145 Cent. Foto: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn. Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn. Druck: Bundesdruckerei GmbH, Berlin. Ausgabetag: 2. Januar 2018.

Deutsche Brotkultur

Ob Pumpernickel, Dinkelbrot oder Vollkornlaib – Deutsche, die länger fern der Heimat leben, berichten fast ausnahmslos von ihrem Verlangen nach deutschem Brot. International gilt Deutschland als das Land, in dem die meisten Brotsorten gebacken werden. Rund, oval, eckig, mit Roggen, Dinkel oder Kürbiskern – die Auswahl ist kaum zu toppen.

Farbe, Konsistenz und Zutaten variieren zum Teil schon von Bäckerei zu Bäckerei. Und ständig tauchen neue Kreationen auf: vom pikanten Zwiebelbrot über Maisbrot mit Paprika bis hin zu „Ur-Broten“ mit fast in Vergessenheit geratenen Getreidearten wie Einkorn oder Emmer.

Die am häufigsten verzehre Brotsorte im deutschsprachigen Raum ist Mischbrot (31,5 Prozent), das aus einer Mischung von Roggen- und Weizenmehl gebacken wird. Platz zwei belegt das Toastbrot, mit 20,8 Prozent, dicht gefolgt von Broten mit Körnern und Saaten (15,9 Prozent), Vollkornbroten (10,3 Prozent), reinen Weizenbroten sowie Roggenbroten mit jeweils 5,2 Prozent. Die übrigen 11,1 Prozent nehmen sonstige Brotsorten ein. Etwa 3 200 verschiedene Sorten verzeichnet das „Deutsche Brotregister“ derzeit – das erste seiner Art weltweit.

Nennwert: 260 Cent. Foto: Lilly Hummel, Frankfurt am Main. Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Carsten Wolff, Frankfurt am Main. Druck: Bagel Security-Print GmbH & Co. KG. Ausgabetag: 2. Januar 2018.

Falkenlust zu Brühl

Zwischen Köln und Bonn, in Brühl, liegt in einer prächtigen Park- und Gartenlandschaft Schloss Falkenlust. Zusammen mit dem benachbartem Schloss Augustusburg zählt es zu den berühmtesten deutschen Rokoko-Baudenkmälern des 18. Jahrhunderts. 1984 wurden die Prunkbauten mit dem Brühler Schlosspark in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen.

Die Schlösser gehen zurück auf Kurfürst Clemens August von Bayern (1700-1761), der zugleich Erzbischof von Köln war. 1725 erteilte er die Anweisung, die Sommerresidenz Schloss Augustusburg zu errichten. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt entstand vier Jahre später nach Plänen des bayrischen Hofbaumeisters François de Curvilliés (1695-1768) Schloss Falkenlust- als Jagd- und Lustschloss.

Der Name deutet bereits an, wozu Schloss Falkenlust einst vornehmlich diente – der Jagd mit abgerichteten Falken. Neben dem Jagdvergnügen war Falkenlust auch ein Ort für amouröse Auszeiten und politische Geheimverhandlungen. Schloss Falkenlust ist eine der kostbarsten Bauschöpfungen, die das frühe Rokoko in Deutschland hervorgebracht hat. Nach mehrfachem Eigentümerwechsel befand es sich zwischen 1822 und 1960 im Privatbesitz, ehe das Schloss in das Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen überging. Ab 1974 wurde es als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Nennwert: 70 Cent. Foto: Horst Gummersbach, Mönchengladbach. Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Nicole Elsenbach, Hückeswagen und Frank Fienbork, Utting am Ammersee. Druck: Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig. Ausgabetag: 2. Januar 2018.

Reh und Seehund

Gäb es eine Rangliste der niedlichsten Tierbabys, Rehkitze und kleine Seehunde wären zuverlässig auf den vorderen Plätzen zu finden. Mit ihren runden Gesichtern, der hohen Stirn, ihren großen Augen und unbeholfenen Bewegungen lösen sie beim Betrachter einen positiven Gefühlsüberschwang aus und können sich unserer Zuwendung sicher sein. Im Januar 2018 schmücken Rehkitze und Seehundsbabys die Marken der Serie „Tierkinder“. Trifft man auf ein Rehkitz, das scheinbar verwaist im Gras liegt, ist die Mutter meist nicht weit. Denn die Ricken lassen ihre gesprenkelten Jungen zu deren eigenem Schutz oft allein zurück. Sie kommen nur zum Säugen in die „Deckung“ und verhindern so, dass Feinde auf das fast geruchlose Lunge aufmerksam werden.

Seehunde sind auch an den deutschen Küsten beheimatet, insbesondere im Wattenmeer. Der Seehundnachwuchs kommt dort meist im Juni oder Juli auf die Welt, oft auf abgelegenen Sandbänken. Aufgrund der äußerst nahrhaften Muttermilch sind sie „Schnellstarter“ und stürzen sich schon bald in die Fluten. jw

Nennwerte: je 85 Cent. Entwurf der Postwertzeichen und Strempel: Nicole Elsenbach, Hückeswagen, und Frank Fienbork, Utting am Ammersee. Druck: Giesecke Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig. Ausgabetag: 2. Januar 2018.

Quelle: Luxemburger Wort vom Mittwoch, den 10. Januar 2018