Eintauchen in die Schwarze Kunst

Modernisierte Dauerausstellung über den Buchdruck in Grevenmacher zeigt auch Entwicklung zur Digitaltechnik

VON ANNE-AYMONE SCHMITZ

Die Anfänge des Buchdrucks zeigt die neu gestaltete Schau „Gutenberg revisited“, aber auch die Entwicklung hin zum Digitaldruck. Sehenswert sind Faksimile-Seiten der Gutenberg-Bibel.

Im einstigen Schlachthaus von Grevenmacher ist seit dem Jahr 2000 der „Maacher Kulturhuef“ mit einem Kino, einem Spielkarten- und einem Druckmuseum untergebracht. Die Dauerschau über die Buchdruckerkunst und die dazu gehörenden Berufe wurde nun neu gestaltet und ergänzt. Am Dienstag konnten die Besucher bei der Einweihungsfeier erstmals einen Blick in die aufgehübschte und erweiterte Ausstellung „Gutenberg revisited“ werfen.

Laut Liane Felten, Präsidentin des Kulturhuef-Verwaltungsrats, ist diese Neugestaltung eine weitere Etappe in der Modernisierung der Kultureinrichtung. Dies nachdem schon im Jahr 2015 der Shop im Eingangsbereich des Druckmuseums erneuert und nebenan der sogenannte Ausstellungskubus, in der die Exponate der Schau „Wanted“ gezeigt werden, eingerichtet worden war.

Vom Eingangsbereich gelangt der Besucher über eine Treppe ins Obergeschoss, wo direkt neben den Stufen ein Bereich eingerichtet wurde, in dem Künstler arbeiten oder Workshops abgehalten werden können. Im Nebenraum tauchen die Besucher dann in die Welt der Schwarzen Kunst ein. Denn das Herzstück der Dauerausstellung bildet Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks und der Druckerpresse.

„Beim Betreten des Raumes fällt der Blick des Besuchers denn auch auf das älteste bekannte Fantasiebild Johannes Gutenbergs. Das über hundert Jahre nach Gutenbergs Tod entstandene Porträt zeigt, wie der Erfinder hätte aussehen können“, sagt die Leiterin des Kulturhuef, Monika Jakobs.

Bisher behandelte die Schau nur die Entwicklung der Druckerkunst von 1850 bis 1950. Mit der Umgestaltung wurde sie nun um die Zeitspanne zwischen 1950 und den späten 1980er-Jahren ergänzt, wo der klassische Buchdruck durch die Digitalisierung verdrängt wurde. Neuerdings sind auch Exponate aus der Zeit vor 1850 zu sehen. Diese Objekte stammen entweder aus den Museumsarchiven oder wurden neu erworben.

Bilder

Diderot begegnet Gutenberg

Zu den Highlights zählen etwa vier neue gekaufte Blätter von Faksimiles der Enzyklopädie von Denis Diderot und zwei Faksimiles der bekannten Gutenberg-Bibel. In Vitrinen werden unter anderem auch das Prinzip des Buchbindens, die Herstellung der Lettern und Objekte gezeigt, die bei der Gautschfeier von Druckerlehrlingen benutzt wurden. Und dann sind unter anderem eine Original-Heidelberg-Tiegeldruckpresse, eine Zylinderdruckpresse sowie eine Rotationsdruckpresse ausgestellt. Die in deutscher und französischer Sprache verfassten Erklärungen auf einer Zeitleiste präsentieren die Objekte in ihrem historischen Kontext. „Für englischsprachige Besucher gibt es ein Heft mit den Übersetzungen “, sagt Monika Jakobs.

Kostenlose Führungen werden am Samstag um 15 Uhr (D) und um 16 Uhr (GB) sowie am Sonntag um 15.30 Uhr (L) und um 16.30 Uhr (F) angeboten.


Luxemburger Wort vom Donnerstag, 5. Juli 2018