Neuheiten in der Philatelie aus Ungarn

Ungarische Heilige und Selige, 450 Jahre Religionsfreiheit, 200 Jahre Fakultät für Landwirtschaftswissenschaften und Schlösser

Ungarische Heilige und SeligeUngarische Heilige und Selige

Der Briefmarkenblock „Ungarische Heilige und Selige“ erschien am 1. August 2018. Die dargestellten Eremiten des Berges Zobor – der heilige Andreas Zoerardus (auch Andreas Swierard) und die heilige Benedikt – waren die ersten Heiligen des mittelalterlichen ungarischen Königreichs. Der Überlieferung nachwurden sie im Juli 1083 heiliggesprochen. Die dritte Person auf dem Block ist der selige Maurus, Bischof zu Fünfkirchen, der die Legende von Zoerardus und Benedikt aufzeichnete.

In der Nähe der Eremitenhöhle von Zoerardus und Benedikt wurde Anfang des 13. Jahrhunderts das Benediktinerkloster in Skalka gegründet. Die katholische Diözese Neutra (Nitra) verehrt die heiligen Eremiten als Patronen sowie Zoerardus auch als Schutzheiligen.

Nennwert: 3 x 300 HUF. Künstlicher Entwurf: Imre Benedek. Druck: Pénzjegynyomda Zrt. Quellen: Cultiris/Széchenyi, Landesbibliothek Archiv, Alte Druckdokumente. Ausgabetag war der 1. August 2018.

450 Jahre Religionsfreiheit450 Jahre Religionsfreiheit

Die Magyar Posta gedenkt mit der Ausgabe eines Gedenkblatts des 450. Jahrestages der gesetzlichen Verkündung der Religionsfreiheit in Siebenbürgen. Der vom 6. bis zum 13. Januar 1568 abgehaltene Landtag zu Thorenburg deklarierte: „Allerorts sollen die Prediger das Evangelium predigen, jeder verkündige es gemäß seiner Auffassung, und die Gemeinde, wenn sie es annehmen will, gut, aber wenn nicht, soll niemand gezwungen werden [...], doch soll sie einen solchen Prediger haben dürfen, dessen Lehre ihr gefällt. Darum soll keiner der Superintendanten, noch andere die Prediger angreifen dürfen; niemand darf von irgendwem wegen seiner Religion beschimpft werden [...], denn der Glaube ist ein Gottesgeschenk...”

Diese signifikante religionspolitische Entscheidung war das Ergebnis eines Prozesses, der sich durch langwierige politische Abwägungen, Kompromisse und mehrere Landtage zog. Siebenbürgen wurde zum Land der Religionsfreiheit und der religiösen Toleranz und bot Emigranten aus anderen Ländern Schutz.

Die Entscheidung der siebenbürgischen gesetzgebenden Körperschaft übertraf das 1555 durch den Augsburger Frieden vorgegebene Prinzip „wessen Land, dessen Religion” und schuf friedliche, interkonfessionelle Verhältnisse. Ähnliches konnte in Europa erst achtzig Jahre später, nach dem Westfälischen Frieden, mit dem der Dreißigjährige Krieg 1648 abgeschlossen wurde, entstehen.

Auf dem Gedenkblatt sind die reformierte Kirche in Vizsoly zu sehen sowie im Innern der Kirche die bei der Restaurierung freigelegten mittelalterlichen Wandbilder (Freskendetails) bzw. Druckinstrumente, die beim Drucken der Vizsolyer Bibel (der ersten vollständigen Bibel in ungarischer Sprache) verwendet wurden.

Entwurf: Imre Benedek. Druckerei: Patria Nyomda Ztr. Ausgabetag: 31. August 2018.

200 Jahre Fakultät für Landwirtschaftswissenschaften200 Jahre Fakultät für Landwirtschaftswissenschaften

Die Magyar Posta erinnert sich mit der Ausgabe einer Sonderbriefmarke des Bizentenariums der Gründung der Fakultät für Landwirtschafts- und Lebensmittelwissenschaften der Széchenyi István Universität in Mosonmagyaróvár.

Europas erstes ständig funktionierendes Hochschulzentrum für Agrarwissenschaften wurde von Herzog Albert Kasimir von Sachsen-Teschen und Anton Edler von Wittmann zu Denglaz, einem Agrarwissenschaftler der Reformzeit, gegründet. Die Bildungsarbeit dieser Schule fand Anerkennung, infolgedessen sie später als einziges agrarwissenschaftliches Hochschulinstitut des Habsburgerreiches fungierte und so auf die Landwirtschaft Mitteleuropas und ihre Entwicklung Einfluss ausübte.

Hauptmotiv der Briefmarke ist das Gemälde „Das Burgschloss von Ungarisch-Altenburg“ von Róbert Nádler und das Emblem der Alma Mater, das im Unterdruck durch ein Detail der Gründungsurkunde des Instituts ergänzt wird.

Nennwert: 530 HUF. Künstlerischer Entwurf: Andras Andor. Druck: ANY Biztonsagi Nyomda Nyrt. Ausgabetag: 2.Oktober 2018.

SchlösserSchlösser in Ungarn

Die 2017 gestartete Serie Schlösser und Burgen setzt die Magyar Posta 2018 unter der Bezeichnung Schlösser in Ungarn fort.

Das Bischofsschloss in Sümeg ist reich an Werten der Bau- und Malkunst, wurde im traditionellen provinziellen Barockstil erbaut und ist heute in Ungarn das einzige Bischofspalais in öffentlicher Hand. Schloss Széchenyi in Nagycenk, um 1750 im Stil des frühen Klassizismus erbaut, gehört vielleicht zu den bekanntesten Schlössern in Ungarn.

Schloss Károlyi im Komitat Fejér wurde im 19. Jahrhundert im klassizistischen und eklektischen Stil erbaut. Der Schlosspark umfasst ein 40 Hektar großes Arboretum. Auf dem höchsten Punkt der im Komitat Komárom-Esztergom gelegenen Ortschaft Bajna steht ein wunderschöner klassizistischer Schlosskomplex, den man auch nach dem Schlossherrn im 19. Jahrhundert, dem Grafen Móric Sándor benannt, als das Schloss des Teufelsreiters erwähnt.

Schloss Festetics in Dég gehört zu Ungarns schönsten klassizistischen Schlössern. Es befindet sich in dem größten englischen Park des Landes. Schloss Esterházy in Tata am Ufer des Alten Sees ist mit seinen architektonischen Werten, seinen prunkvollen Innenräumen sowie dem sentimentalen Garten und englischen Park aus dem 18. Jahrhundert eine einzigartige Sehenswürdigkeit.

Die Kamaldulenser-Eremitage in Majk hat trotz der im Laufe der Jahrhunderte eingetretenen kleineren und größeren Veränderungen, Umbauten und Substanzverschlechterung bis heute ihre einzigartigen Konstruktionsmerkmale und ihren künstlerischen Gestaltungswert bewahrt. Schloss Károlyi in Füzérradvány bewahrt von außen die Stimmung der Romantik und der Eklektik, doch in seinen prachtvollen Sälen zeigen sich dem Besucher die innenarchitektonischen Details der unverfälschten italienischen Renaissance und des Frühbarocks.

Nennwert: 8 x 1240 HUF. Künstlerischer Entwurf: Eszter Domé. Druck: ANY Biztonsagi Nyomda Nyrt. Ausgabetag war der 3. September 2018.

Luxemburger Wort vom Freitag, 5. Oktober 2018, Seite 59